
Korbinian, 11, Spieler: „Ich bin jetzt das vierte Mal dabei, und nächstes Jahr will ich auch wieder. Weil man hier mit anderen zusammen ist, die auch Diabetes haben. Ich habe hier Freunde gefunden. Am besten finde ich den Sonntag mit den Finals in dieser großen Halle.“
Jahr für Jahr ist dieses Turnier ein beeindruckendes Erlebnis. Und es wird von Jahr zu Jahr größer: Etwa 270 Kinder und Jugendliche haben Anfang März am internationalen „Sweet Euro Football Cup“ im polnischen Poznań teilgenommen. Und seit nunmehr sechs Jahren ist der FC Diabetes regelmäßig dabei.
70 Köpfe zählte die Reisegruppe diesmal: 31 Fußballer(innen) aus nahezu allen Teilen Deutschlands (aus Österreich waren auch zwei dabei), begleitet von (Groß-)Eltern und Geschwistern. Was sie mit den anderen Teilnehmern verbindet: Sie alle haben Diabetes Typ 1. Denn das ist Bedingung, um hier mitspielen zu können. Es dürfte in Europa, vielleicht sogar weltweit keine Veranstaltung dieser Art und Größe geben. Die mit Abstand meisten Jungen und Mädchen kamen auch diesmal aus Polen, aber auch Bulgaren, Engländer, Schweden und vereinzelte Kroaten und Ukrainer kickten mit – in vier verschiedenen Altersklassen.























Drei Tage erlebten sie, dass eine Diabetes-Erkrankung alles andere als ein Grund ist, dass man nicht mehr Fußball spielen kann. Sie erlebten eine große Gemeinschaft und viele packende Spiele. Der FC Diabetes trat in allen vier Altersklassen an, in der Klasse „Average“ sogar mit drei Teams. Eines dieser drei, das Team Gold, schaffte den Turniersieg. Ansonsten waren aber die traditionell starken, gut eingespielten polnischen Teams den Deutschen oft überlegen, weshalb das Turnier für manche FC-Diabetes-Kicker auch eine Schulung in Frustrationstoleranz war. Aber eben nicht – wie sonst oft – wegen des Diabetes, sondern einfach nur: wegen des Fußballs. (Alle Ergebnisse und Platzierungen finden sich hier.) Besonders geehrt wurden am Ende der achtjährige Oskar für sein Fair Play sowie als Torschützenkönig in der Altersklasse der „Mini Heroes“, auch Jan Gerecke als Torschützenkönig der „Average“.
Eine Gelegenheit zum Wiedersehen in großer Runde gibt es am 14. und 15. November 2026: Dann veranstaltet der FC Diabetes sein eigenes internationales Fußballturnier: das „K1ck Without Limits“ in München.








Stimmen zum Turnier
Rike, 17, Schwester eines Spielers und Trainerin der „Mini Heroes“: „Ich find es total cool, wie die Jungs zusammenspielen und sich auch mit den anderen Jahrgängen gut verstehen und was zusammen machen. Es macht Spaß, das mitzuerleben. Der Diabetes ist schon das Hauptthema hier, weil alle das haben. Aber es ist ganz normal, es wird nicht so groß oder zum Problem gemacht. Das ist ganz anders als bei meinem Bruder in der Grundschule, da braucht er eine Begleitperson. Hier sind alle ganz entspannt.“

Jonathan, 16, Spieler: „Man sieht hier Leute wieder, die man seit vielen Jahren kennt. Ryan von den Engländern zum Beispiel, den haben wir vor ein paar Jahren im Hotel kennengelernt. Und jetzt haben wir zusammen in einem Team gespielt. Besonders gut fand ich, dass wir am Samstag bei den Oldest in international gemischten Teams gespielt haben.“
Sabine, Mutter eines Spielers: „Ich bin das erste Mal dabei, mein Sohn schon das zweite Mal. Es ist schön, einfach mal unter Gleichgesinnten zu sein, Eltern wie Kindern, weil alle dasselbe Leid haben. Man tauscht sich aus, aber man spricht nicht ständig darüber; es ist nicht so, dass es nur um Diabetes geht. Meinem Sohn gefällt es super hier, er wurde von Anfang aufgenommen. Er spielt auch in einem Fußballverein, da fühlt er sich aber nicht so wohl. Und sonst, also außer hier beim FC Diabetes, haben wir keinen Kontakt zu Eltern oder Kindern mit Diabetes oder Eltern. Das ist hier die einzige Gelegenheit.“
David, 15, Spieler: „Ich find’s schön, dass wir nach Polen fahren. Da trifft man neue Leute, und man spielt immer in neuen Teams – da muss man sich anpassen. Probleme mit Diabetes gab es keine, das hat immer gut funktioniert.“















Fotos: Kerstin Brendli, Mike Szymanski